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Fütterung bei Hufrehe

Wie wichtig ist Raufutter?

Datum: 29.09.2011 / von Dr. Rer. Nat. Manuela Bretzke

Hufrehe ist eine sehr schmerzhafte, nicht infektiöse Entzündung der Huflederhaut (Pododermatitis diffusa aseptica), bei deren Verlauf es durch die anhaltende Störung der Mikrozirkulation des Blutes zur Ablösung der Hufkapsel von der Lederhaut kommt, welches wiederum zu einer Hufbeinsenkung und/oder Hufbeinrotation führen kann oder im Extremfall sogar zum Ausschuhen führt.

Am häufigsten ist die Futterrehe (auf andere Formen, wie Belastungsrehe oder Nachgeburtsrehe wird hier nicht eingegangen). Die Futterrehe wird schon von Homer (750 v. Chr.) und Xenophon (400 v. Chr.) beschrieben, wobei prägnante Beschreibungen wie z.B. "Crithiasis" (Gerstenkrankheit) und "Plesmone" (Überfütterung) verwendet wurden. Auch Aristoteles (350 v. Chr.) verwendete den Begriff Crithiasis, was deutlich macht, dass der Bezug der Krankheit zur Getreidefütterung schon frühzeitig bekannt gewesen ist. Man kann demnach zusammenfassend feststellen, dass die Hufrehe auftritt, seit dem der Mensch begonnen hat, dem Pferd Getreide zu füttern. In der frühen Zeit war dies hauptsächlich Gerste, während diese später durch besser verwertbaren Hafer weitgehend abgelöst wurde.

Eine wichtige Rolle in der Rehe-Therapie stellt daher die Diät bzw. Futterumstellung dar, auf die noch eingegangen wird.

Zunächst soll aber beschrieben werden, was eigentlich bei einem Übermaß an Kraftfutter im Darm passiert. Den ersten Unterschied zum Raufutter finden wir bereits bei der Nahrungsaufnahme. Kraftfutter wird wesentlich schneller aufgenommen und dabei schlechter eingespeichelt als Heu oder Stroh. Dies führt im Magen zu einer schlechteren Durchsaftung mit Magensäften, die den Nahrungsbrei nicht gut durchdringen können. So können Sie ihrer Aufgabe, dem Abtöten von Keimen, nicht nachkommen. Desweiteren führen die leicht verdaulichen Kohlenhydrate zum Anstieg von Milchsäure und können eine Magenschleimhautentzündung hervorrufen (siehe auch den Artikel zur  Magenschleimhautentzündung). Die eigentliche Verwertung der Nährstoffe vom Kraftfutter erfolgt im Dünndarm. Hier verbleibt das Futter bis zu 1,5 Stunden. Das ist eine recht kurze Zeit. Bekommt das Pferd nur kleine Mengen an Kraftfutter, so wird es hier nahezu vollständig verwertet. Bei zu großen Mengen an Kraftfutter gelangt dieses aber auch in den Dickdarm. Der Dickdarm weist als Ort der Raufutterverwertung, mit den dazu notwendigen zellulosespaltenden Bakterien, ein basisches Mileu auf. Gelangt nun kohlenhydratreiches Kraftfutter in den Dickdarm, so verändert sich die Zusammensetzung der Bakterien und es vermehren sich vor allem milchsäurebildende Bakterien, die durch Produktion von Milchsäure zu einer pH-Wert-Senkung und Übersäurung führen. Das saure Milieu wiederum verursacht ein Absterben der zellulosespaltenden Bakterien. Zudem wird durch das saure Milieu die Darmschleimhaut geschädigt und die durch das Absterben der Bakterien und führt zur Schädigung der Darmschleimhaut. Bedingt durch die Verletzungen der Darmschleimhaut, können nun Endotoxine (von den lysierten zellulosespaltenden Bakterien) in den Blutkreislauf gelangen, wo sie dann verschiedene Stoffwechselproblematiken, wie z.B. Hufrehe auslösen.

Die Ursache einer fütterungsbedingten Hufrehe kann ein generelles "zu viel" an Kraftfutter sein oder aber eine sehr eiweißreiche Weide, sowie hohe Fruktanwerte oder Giftpflanzen (Wicke, Akazie oder Eicheln). Obgleich die Ursachen sehr unterschiedlich sein können, führen sie doch alle zu einer Stoffwechselentgleisung, die sich vor allem in den Hufen manifestiert.

Eine Eiweißrehe entsteht bei einem Pferd mit geringem Eiweißbedarf natürlich schneller als bei einem Pferd mit hohem Bedarf, so dass keine generelle Angabe zum Weidegang oder Kraftfutter gemacht werden kann. Allerdings ist nicht der Proteingehalt (Eiweißgehalt) allein entscheidend, sondern das Verhältnis von Rohfaser und Proteingehalt, so dass z.B. durch reichlich Rohfaser (Heu, 1. Schnitt) vor dem Weidegang das Risiko einer Eiweißrehe vermindert werden kann.

Auch was die Tageszeit bzw. Temperatur angeht, kann man durchaus Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, obgleich sie sich nicht auf den Eiweißgehalt, sondern den Fruktangehalt beziehen. Grundsätzlich gilt: Bekommt das Gras viel Sonne, kann es mittels Photosynthese Energie produzieren. Kann das Gras diese Energie nicht in Wachstum umsetzen, weil es dabei noch zu kalt ist, dann wird diese Energie in Form von Fruktan eingelagert. Also: An sonnigen, aber kalten Tagen ist der Fruktangehalt am höchsten und die Weide tabu!

Aus diesem Grund ist neben einer tierärtzlichen Therapie und eventuell spezieller Hufbearbeitung, unbedingt auch an die Ernährung des Pferdes zu denken. Damit der Organismus nicht noch weiter strapaziert wird, wird inzwischen die früher häufig praktizierte Totaldiät abgelehnt. Wichtig ist den Stoffwechsel zu entlasten und dem Pferd nur die Nährstoffe zukommen zu lassen, die es braucht. Daher sollte dem Pferd abgelagertes (aber nicht schimmeliges!) Heu gefüttert werden oder PRE ALPIN Protein light, ein Heuersatz, welcher sowohl protein- als auch fruktanarm ist und sich daher besonders für Rehe-Pferde eignet. Kraftfutter sollte nur nach Absprache mit dem Tierarzt gegeben werden, welcher auch ein geeignetes Mineralfutter empfehlen wird. Das Mineralfutter ist deshalb so wichtig, weil sich die Hufe, bzw. Huflederhaut wieder regenerieren muss und dafür Nährstoffe bereitstehen müssen.

Damit der Organismus nicht noch weiteren Schaden nimmt, sollten auch Entgiftungskuren für die Leber und Niere durchgeführt werden. Hierfür gibt es zahlreiche Kräuterkombinationen im Handel oder auch Präparate vom Tierarzt.

Damit die Ursache behoben werden kann, muss sich der Darm wieder erholen können. Der wichtigste Schritt ist wie oben erwähnt, das Füttern von entsprechendem Heu oder PRE ALPIN Protein light und wenig bis kein Kraftfutter oder PRE ALPIN Aspero als Kraftfutterersatz. PRE ALPIN Aspero kann ebenso auch für eine bessere Verwertung des Kraftfutters dazugegeben werden. Sowohl bei Rehepferden als auch bei gesunden Pferden tragen die Häcksel zu einer vermehrten Kautätigkeit und damit besserem Einspeicheln bei, welches den gesamten weiteren Verdauungsvorgang verbessert und damit entlastet.

Dazu können Lebendhefe, Leinsamen oder Malzprodukte der Darmschleimhaut bei der Regeneration helfen.

Eine weitere vorbeugende Maßnahme vor allem zum Fellwechsel und nach Wurmkuren oder längeren Medikamentengaben, ist auch die Gabe von Kräutermischungen, die die Leber und Niere unterstützen und damit dem Pferd bei der Entgiftung nicht verwertbarer Stoffe und Toxine helfen.

Auch bei überstandener Rehe empfiehlt sich das Zufüttern von PRE ALPIN Protein light beim Anweiden im Frühjahr oder zu Zeiten mit hohem Fruktangehalt in den Gräsern, da nicht unbedingt der Proteingehalt an sich, sondern das Verhältnis Raufuttermenge/Proteingehalt (aus jungem Gras oder Kraftfutter) für die Funktion der Darmflora entscheidend ist und somit ein protein- und fruktanarmes Raufutter regulierend wirken kann.

Beachten Sie, dass ein an Hufrehe erkranktes Pferd sehr viel leichter erneut einen Reheschub bekommen kann als ein gesundes Pferd, da es sehr lange dauert, bis sich die Stoffwechselprozesse im Körper nach solch einer schweren Erkrankung regenerieren können. Eine dauerhafte Fütterung von hochwertigem Raufutter ist deshalb besonders wichtig, um den Organismus nachhaltig zu schonen. Hier empfiehlt sich die Fütterung von PRE ALPIN Wiesencobs oder PRE ALPIN Wiesenflakes als 100 % Heuersatz oder als Aufwertung zum vorhandenen Grundfutter. Durch die ausgewogene Zusammensetzung hochwertiger Gräser und Kräuter aus dem Alpenvorland und die schonende Verarbeitung, liefern PRE ALPIN Wiesencobs und PRE ALPIN Wiesenflakes natürliche Nähr- und Vitalstoffe und sind besonders gut verdaulich. Eine dauerhafte Fütterung mit PRE ALPIN Wiesencobs oder PRE ALPIN Wiesenflakes unterstützt die Gesunderhaltung Ihres Pferdes und kann langfristig Krankheiten vorbeugen.



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24.11.2011
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