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Tipps zur Ein- und Überwinterung von Landschildkröten


Die jährliche Winterstarre der europäischen bzw. mediterranen Landschildkröten ist ein natürlicher Vorgang, welcher zu einer artgerechten Haltung dazu gehört. Sie beginnt im Oktober/November und hält bis März/April an.

Zwar ist die Winterstarre für eine artgerechte Schildkrötenhaltung wichtig, wenn diese jedoch nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden kann, die Schildkröte krank oder nicht bei guter Verfassung ist, sollte man darauf verzichten. Denn dann besteht die Gefahr, dass die Tiere davon eher Schaden als Nutzen nehmen.


Vorbereitung auf die Winterstarre

Zur richtigen Durchführung der Überwinterung gehört eine entsprechende Vorbereitung, auf die insbesondere bei Schlüpflingen im ersten Lebensjahr aber auch bei der Haltung in einem Zimmerterrarium nicht verzichtet werden sollte.
Zur Vorbereitung auf die Überwinterung werden die Tiere auf Wurmbefall untersucht und entsprechend behandelt. Wurmkuren sollten noch zu Zeiten hoher Stoffwechselraten wie etwa Anfang August verabreicht werden. Bei guter Haltung lässt die Aktivität der Tiere zum Herbstanfang nach. Sie stellen sich dann auf die bevorstehende Winterstarre ein.

Während der Winterstarre zehren die Tiere von ihren Reserven. Damit dies auch möglich ist, sollten die Schildkröten wohlgenährt jedoch nicht zu dick in die Winterstarre geschickt werden. Vorbereitend sollte durch die rechtzeitige Einstellung der Fütterung die Gedärme entleert werden. Warme Bäder können dies unterstützen. Jedoch muss darauf geachtet werden, dass die Schildkröten sich dabei nicht erkälten.

Um den Stoffwechsel vor der Winterstarre zu entlasten, empfehlen wir die Fütterung von Testudo Original. Testudo Original hat einen extrem niedrigen Eiweißgehalt, entlastet daher Leber und Niere und fördert die Entschlackung des Körpers.
 

Überwintern kann man die Schildkröten im Freiland, im Keller aber auch im Kühlschrank

Im Freiland stellen sich gesunde Schildkröten von selbst auf die Winterstarre ein. Anlass dazu geben ihnen die abnehmende Tageslänge, niedrigere Sonnenstände, abnehmende Temperaturen sowie höhere Luftfeuchtigkeit. Sie stellen die Futteraufnahme ein, trinken weniger, setzen Kot ab und sonnen sich vermehrt. Im Freigehege sollte ein Schutzhaus zur Verfügung stehen, in dem sie sich in den Boden eingraben können. Wichtig ist, dass das Schutzhaus sicher vor wilden Nagetieren ist, um die Schildkröten vor möglichen Verletzungen zu schützen. Bei dieser naturnahen Methode muss man sich zwar nicht um die Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit kümmern, jedoch können die Tiere bei vorübergehend steigenden Außentemperaturen aufwachen und bei erneutem Frost Schaden nehmen. Deswegen empfiehlt es sich, eine zusätzliche Wärmequelle zur Verfügung zu stellen. Auch regelmäßige Gesundheitskontrollen können bei dieser Methode der Überwinterung nicht so einfach durchgeführt werden.

Möchte man seine Schildkröte im Keller überwintern, so wird diese vorbereitend bei vorerst bleibenden Temperaturen nicht mehr gefüttert und in etwa 30°C warmen Wasser gebadet. Dies animiert die Schildkröte zum Trinken und fördert zudem den Kotabsatz. Danach wird die Schildkröte wenige Tage lang bei Zimmertemperatur gehalten, um dann in eine Überwinterungskiste gesetzt und in den frostsicheren Keller bei 4-6°C gebracht zu werden. Auch bei der Überwinterung im Keller ist es wichtig, die Kiste mit der Schildkröte mit beispielsweise vor Nagern zu schützen. Dazu kann man beispielsweise Maschendrahtzaun verwenden.

Besteht keine andere Möglichkeit, so kann die Schildkröte auch im Kühlschrank überwintern. Dieser sollte auf 4-6°C eingestellt werden. Nachdem man die Schildkröte, wie bei der Kellerüberwinterung, auf die Winterstarre vorbereitet hat, setzt man die Schildkröte in einer Plastikkiste auf die Einsätze im Kühlschrank. Zur Einhaltung der Luftfeuchtigkeit wird ein Gefäß mit einem niedrigen Wasserspiegel in das unterste Fach gestellt. Alternativ können auch stabile Pappschachteln oder Plastikbehälter, die eine Luftzirkulation zulassen und mit Torfmoos oder Buchenlaub gefüllt sind, zur Überwinterung im Kühlschrank verwendet werden. Wöchentlich sollte dann der Kühlschrank zur Belüftung geöffnet und das Torfmoos oder Buchenlaub befeuchtet werden.

Auch während der Winterstarre ist eine regelmäßige Inaugenscheinnahme der Schildkröte, Gewichtskontrolle sowie Kontrolle der Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Dunkelheit durchzuführen. Verliert eine Schildkröte deutlich über 10% ihres Körpergewichtes, muss die Winterstarre abgebrochen und das Tier beim Tierarzt vorgestellt werden. Erwacht die Schildkröte schon früher, so darf man sie auf keinem Fall weiter im Kühlen halten. Es sollte dann mit der Auswinterung begonnen werden.
 


Quellen*:
  • Meyer, M.: PraxisRatgeber Schildkrötenernährung. Chimaira Buchhandelsgesellschaft mbH, 2001
  • Gabrisch, Zwart: Krankheiten der Heimtiere. Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co.KG, Hannover, 2015
 
 
Dr. med. vet. Katharina Boes
August 2015  ©AGROBS GmbH
 
 
 
 
(* Die Quellenangaben beziehen sich auf den fachlichen Inhalt des Textes und nicht auf die Produktempfehlungen)

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