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Pferde

EOTRH – dem Schmerz auf den Zahn gefühlt
 

EOTRH (Equine Odontoclastic Tooth Resorption and Hypercementosis) – eine Krankheit die unter Pferdehaltern immer häufiger zur Sprache kommt. Aber was genau verbirgt sich hinter dieser Zahnerkrankung? Wir fühlen diesem Thema von medizinischer Seite auf den Zahn und geben hilfreiche Futtertipps, wie Sie Ihr Pferd mit diesem Krankheitsbild bedarfsgerecht ernähren können.


Wie kommt es zu dieser äußerst schmerzhaften Erkrankung?

Wie bei vergleichbaren Zahnerkrankungen bei Mensch und Katze ist auch beim Pferd die Ursache für diese Erkrankung derzeit noch unklar. Die meisten Pferde, die an EOTRH erkranken, sind über 15 Jahre alt. Es wird vermutet, dass eine erhöhte mechanische Belastung des Zahnhalteapparates bei älteren Pferden ursächlich für EOTRH ist. Im Vergleich zu jüngeren Pferden hält der Zahnhalteapparat bei älteren Pferden nicht mehr so gut dem Druck, welcher beim Kauen entsteht, stand. Dieser Druck führt dann zu einer höheren Belastung der Zähne und des Zahnhalteapparates. Diese Überbelastung scheint für entzündliche Prozesse verantwortlich zu sein. Zudem vermutet man, dass durch die erhöhten Belastungen das Eindringen von Bakterien begünstigt wird.

 
Welche Symptome sind bei den betroffenen Pferden sichtbar?

Bei gesunden Zähnen herrscht ein Gleichgewicht zwischen den Zellen, die die Zahnsubstanz Dentin abbauen (Odontoklasten) und denen die diese aufbauen (Odontoblasten). Bei EOTRH gerät dieses Gleichgewicht aus den Fugen und die Odontoklasten bauen die Zahnsubstanz übermäßig ab (Resorption). Um die entstandenen Läsionen zu reparieren wird dann Zahnzement gebildet. Diese Bildung verläuft dann jedoch unbegrenzt, wodurch sich die für EOTRH typischen knollenförmigen Auftreibungen (Hyperzementosen) im Bereich der Zahnwurzeln bilden. Vor allem sind die Schneide- und Eckzähne sowie auch die vorderen Backenzähnen von diesen Veränderungen betroffen. Wie bereits erwähnt sind bei der Entstehung dieser Erkrankung unter anderem auch Entzündungen im Bereich des Zahnhalteapparates involviert. Daher kann man bei an EOTRH erkrankten Pferden auch entzündliche Prozesse wie wulstiges und entzündetes Zahnfleisch, Zahnfleischschwund, fauliger Mundgeruch und die vermehrte Bildung von Zahnstein beobachten. Im weiteren Verlauf können sich auch erkrankte Zähne lockern und Abszesse bilden.

Je stärker die Veränderungen werden, desto schmerzhafter wird auch diese Erkrankung für die betroffenen Pferde. Häufig verweigern die Pferde aufgrund der Schmerzhaftigkeit ihr Futter und magern ab.
 

Die Diagnose EOTRH

Um die Verdachtsdiagnose EOTRH zu stellen, wird zu allererst die Maulhöhle klinisch untersucht und dabei die typischen Symptome festgestellt. Diese Verdachtsdiagnose wird dann durch Röntgenbilder der Zähne gesichert. Im Röntgenbild kann man auch den Schweregrad der Veränderungen feststellen. Hierbei sind häufig die Auflösung von Zahnsubstanz und eine hervorgewölbte Erweiterung der Zahnfächer durch eine röntgendichte Masse zu sehen.
 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Im Anfangsstadium kann das Kürzen der betroffenen Schneidezähne die Schmerzhaftigkeit verringern. Hochgradig geschädigte Zähne sollten jedoch entfernt werden, um das Fortschreiten der Erkrankung auf gesunde Zähne zu verhindern. Techniken, um geschädigte Zähne zu erhalten, gibt es derzeit leider noch nicht. Ein regelmäßiges Ausspülen des Mauls und das Entfernen abgelagerter Futterreste können zudem sinnvoll sein, um weiteren Schäden vorzubeugen.

Jährliche Zahnkontrollen sind auch bei vermeintlich gesunden Pferden wichtig, um Veränderungen an den Zähnen und Zahnfleisch rechtzeitig zu erkennen und um diese dann frühzeitig korrigieren zu können.
 

Das richtige Fütterungsmanagement bei EOTRH

Insbesondere bei Laufstallhaltung sollte bedacht werden, dass Pferde mit Zahnerkrankungen sehr viel langsamer das Raufutter aufnehmen können und sie dadurch möglicherweise nicht mit ausreichend Raufutter versorgt sind (mindestens 1,5 kg Heu je 100 kg Sollkörpergewicht). Auch werden bei Gruppenhaltung meist die alten und kranken Pferde vom Futterplatz vertrieben. Diese Pferde sollten zur Fütterung separiert werden, damit sie in Ruhe ausreichend Raufutter fressen können. Fällt es den Pferden aufgrund der Schmerzen und der Zahnveränderungen schwer das Heu ausreichend zu zerkleinern, empfiehlt sich der Einsatz von Heuersatzprodukten wie Pre Alpin® Wiesencobs, Pre Alpin® Wiesenflakes oder Pre Alpin® Senior. Mit diesen Heuersatzprodukten kann man das Grundfutter ersetzen oder aufwerten.


Die betroffenen Pferde sollten auch weiterhin mit einem hochwertigen Mineralfutter wie zum Beispiel AGROBS Naturmineral oder AGROBS Seniormineral versorgt werden. Eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen ist besonders wichtig, um die Heilung der Entzündungen des Zahnhalteapparates zu unterstützen. AGROBS Seniormineral ist auf den Bedarf älterer Pferde angepasst und enthält zudem noch essenzielle Aminosäuren für den Muskelaufbau und -erhalt enthält.

Klebrige Futterkomponenten (z.B. Melasse) sowie ein hoher Stärke- und Zuckeranteil können die Ablagerung von Zahnstein begünstigen. Dies sollte bei der Fütterung an EOTRH erkrankten Pferden beachtet werden.

Als Zusatzfutter für schwerfuttrige Pferde eignen sich AGROBS Kraftpaket, AGROBS Maiscobs und AGROBS Luzernecobs.


Für stoffwechselempfindliche Pferde ist AGROBS AlpenGrün Mash das richtige Aufbaufutter. Man kann AGROBS AlpenGrün Mash auch sehr gut kurz nach der Zahnbehandlung einsetzen, wenn das Pferd in der Futteraufnahme noch sehr eingeschränkt ist. Zudem unterstützt dieses getreide- und melassefreie Mash die Verdauung Ihres Pferdes auf natürliche Weise.

AGROBS Horse Alpin Senior ist ein Ergänzungsfuttermittel für Pferde mit Zahnproblemen, welches Ihr Pferd nicht nur ausreichend mit Rohfasern, sondern auch mit hochwertiger Energie versorgt.

Um Ihr Pferd bei der Genesung zu unterstützen, empfehlen wir Bergsiegel Kräuter für die Gesundheit oder Bergsiegel Hagebuttenpulver zur Stärkung der Abwehrkräfte.
 
 
 
Quellen*:
  • Meyer H., Coenen M.: Pferdefütterung. Enke Verlag Stuttgart, 2014
  • Carsten V.: Lehrbuch der Zahnheilkunde beim Pferd. Schattauer Verlag, Stuttgart 2011
  • Staszyk C. et. al.: Equine odontoclastic tooth resorption and hypercementosis. The Veterinary Journal, 2008
  • Schrock, P.: Simulation der Spannungsverteilung im Schneidezahngebiss und in den angrenzenden           Kieferregionen des Pferdes. Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2013
 
 
 
Dr. med. vet. Katharina Boes
September 2015  ©AGROBS GmbH

 
 
(* Die Quellenangaben beziehen sich auf den fachlichen Inhalt des Textes und nicht auf die Produktempfehlungen)

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