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Pferde

Fütterung bei Hufrehe

Wie wichtig ist Raufutter?



Hufrehe ist eine sehr schmerzhafte, nicht infektiöse Entzündung der Huflederhaut (Pododermatitis diffusa aseptica), bei deren Verlauf es durch die anhaltende Störung der Mikrozirkulation des Blutes zur Ablösung der Hufkapsel von der Lederhaut kommt, welches wiederum zu einer Hufbeinsenkung und/oder Hufbeinrotation führen kann - im Extremfall sogar zum Ausschuhen.


Welche Ursachen für Hufrehe gibt es?

Die häufigste Form der Hufrehe ist die Futterrehe. Diese wird vor allem durch eine zu kohlenhydratreiche Fütterung (zu viel Getreide) aber auch durch fruktanreiche Gräser verursacht. Die Futterrehe wird schon 750 v. Chr. von Homer und 400 v. Chr von Xenophon beschrieben, wobei prägnante Beschreibungen wie z.B. "Crithiasis" (Gerstenkrankheit) und "Plesmone" (Überfütterung) verwendet wurden. Auch Aristoteles verwendete 350 v. Chr. den Begriff Crithiasis, was deutlich macht, dass der Bezug der Krankheit zur Getreidefütterung schon frühzeitig bekannt gewesen ist. Man kann demnach zusammenfassend feststellen, dass die Hufrehe auftritt, seitdem der Mensch begonnen hat, dem Pferd Getreide zu füttern. In der frühen Zeit war dies hauptsächlich Gerste, welche später durch den besser verwertbaren Hafer weitgehend abgelöst wurde.
Des Weiteren kann Hufrehe auch in Folge von Infektionskrankheiten (endotoxische Hufrehe) und bei Nachgeburtsverhalten entstehen. Hufrehe kann daneben auch durch eine Vergiftung zum Beispiel durch die Aufnahme von Eiben oder Überbelastung entstehen. Auch Pferde, die an dem Cushing-Syndrom leiden, haben häufig mit Hufrehe zu kämpfen.


Die verschiedenen Stadien der Hufrehe

Prodromal- oder Initialstadium:
Es handelt sich hierbei um eine Initialphase ohne die typische Hufrehesymptomatik. Manchmal kann dieses Stadium von unspezifischen Symptomen wie Unruhe, Teilnahmslosigkeit (Apathie) oder Appetitlosigkeit begleitet werden. Sie dauert vom Beginn der Erkrankung bis zum ersten Auftreten der typischen klinischen Symptomatik. Meist sind schon am Ende dieses Stadiums irreversible Strukturveränderungen am Hufbeinträger nachweisbar.

Subakute Hufrehe:
Hierbei handelt es sich um eine „milde“ Form der Hufrehe. Es sind wenige klinische Symptome vorhanden, welche auch wieder schnell verschwinden. Diese Form tritt meistens bei Pferden auf, die auf hartem Untergrund gearbeitet wurden oder deren Sohle bei der Hufbearbeitung zu dünn geschnitten wurde. Man kann ein leichtes Pulsieren der Hauptmittelfußarterien spüren.

Akute Hufrehe:
Die Lahmheit ist meist bei einem Extremitätenpaar oder allen vier Extremitäten deutlich vorhanden. Typisch ist auch die sägebockartige Stellung des Pferdes.

Chronische Hufrehe:
Die Lahmheit dauert über 48 Stunden an. Zudem sind im Röntgenbild Veränderungen des Hufbeinträgers sichtbar (z.B. Hufbeinsenkung oder –rotation). Die chronische Hufrehe kann einige Wochen oder aber auch lebenslang andauern. Typische Veränderungen sind eine verbreiterte weiße Linie und die Bildung von Reheringen.


Die Diät bzw. Futterumstellung stellt eine wichtige Rolle in der Rehe-Therapie dar

Zunächst soll aber beschrieben werden, was eigentlich bei einem Übermaß an Kraftfutter im Darm passiert. Den ersten Unterschied zum Raufutter finden wir bereits bei der Nahrungsaufnahme. Kraftfutter wird wesentlich schneller aufgenommen und dabei schlechter eingespeichelt als Heu oder Stroh. Dies führt im Magen zu einer schlechteren Durchsaftung mit Magensäften, die den Nahrungsbrei nicht gut durchdringen können. So können sie ihrer Aufgabe, dem Abtöten von Keimen, nicht nachkommen. Des Weiteren führen die leicht verdaulichen Kohlenhydrate zum Anstieg von Milchsäure und können eine Magenschleimhautentzündung hervorrufen (siehe auch den Artikel zur Magenschleimhautentzündung). Die eigentliche Verwertung der Nährstoffe von Kraftfutter erfolgt im Dünndarm. Hier verbleibt das Futter allerdings nur bis zu 1,5 Stunden. Bekommt das Pferd nur kleine Mengen an Kraftfutter, wird dieses hier nahezu vollständig verwertet. Werden zu große Mengen an Kraftfutter aufgenommen, können diese im Dünndarm nicht vollständig verdaut werden und fließen dann weiter in den Dickdarm. Der Dickdarm weist als Ort der Raufutterverwertung mit den dazu notwendigen zellulosespaltenden Bakterien ein basisches Milieu auf. Gelangt nun kohlenhydratreiches Kraftfutter in den Dickdarm, so verändert sich die Zusammensetzung der Bakterien. Es vermehren sich vor allem milchsäurebildende Bakterien (Dysbiose), die durch die Produktion von Milchsäure zu einer pH-Wert-Senkung und Übersäuerung (Azidose) führen. Das saure Milieu wiederum schädigt die Darmschleimhaut und verursacht ein Absterben der zellulosespaltenden Bakterien. Durch das Absterben der Bakterien werden Endotoxine freigesetzt, die über die geschädigte Darmschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen. Dort können sie dann verschiedene Stoffwechselprobleme wie z.B. Hufrehe auslösen.

Neben der fütterungsbedingten Hufrehe aufgrund einer zu großen Menge an Kraftfutter, kann auch eine sehr zuckerreiche Weide sowie hohe Fruktanwerte oder Giftpflanzen (Wicke, Akazie oder Eicheln) zur Rehesymptomatik führen. Obgleich die Ursachen sehr unterschiedlich sein können, führen sie jedoch alle zu einer Stoffwechselentgleisung, die sich vor allem in den Hufen manifestiert.

Auch was die Tageszeit bzw. Temperatur angeht, kann man durchaus Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, da diese sich auf den Fruktangehalt auswirken. Grundsätzlich gilt: Bekommt das Gras viel Sonne, kann es mittels Photosynthese Energie produzieren. Kann das Gras diese Energie nicht in Wachstum umsetzen, weil es noch zu kalt ist, dann wird diese Energie in Form von Fruktan eingelagert. An sonnigen, aber kalten Tagen ist also der Fruktangehalt am höchsten und die Weide für empfindliche Pferde tabu!

Aus diesem Grund sollte neben der tierärztlichen Therapie und eventuell spezieller Hufbearbeitung unbedingt auch die Ernährung des Pferdes miteinbezogen werden. Gerade übergewichtige Pferde, die bereits einen Reheschub hatten, sollten an Gewicht verlieren. Früher wurde bei Hufrehe häufig eine Totaldiät praktiziert. Dies ist jedoch abzulehnen, da dadurch der Organismus zusätzlich strapaziert wird. Um den Stoffwechsel zu entlasten, sollte das Pferd die Nährstoffe bekommen, welche es braucht. Daher sollte dem Pferd zuckerarmes Heu von guter Qualität gefüttert werden. Kraftfutter sollte vermieden oder nur nach Absprache mit dem Tierarzt gegeben werden. Auf ein geeignetes Mineralfutter sollte jedoch nicht verzichtet werden, da die Hufe, bzw. Huflederhaut die Nährstoffe zur Regeneration benötigen.

Damit der Organismus nicht noch weiteren Schaden nimmt, empfiehlt es sich auch Entgiftungskuren für die Leber und Niere durchzuführen werden. Hierfür sind die Kräuterkombinationen Bergsiegel Kräuter für die Leber und Bergsiegel Kräuter für die Nieren gut geeignet. Auch vorbeugend zum Fellwechsel, nach Wurmkuren oder längeren Medikamentengaben können Sie Ihr Pferd mit einer Leber- und Nierenentgiftungskur unterstützen.


Für einen positiven Therapieverlauf ist es wichtig, dass sich die geschädigte Darmschleimhaut sowie die Darmflora wieder erholt. Der wichtigste Schritt ist wie oben erwähnt das Füttern von entsprechendem Heu. Dazu sollte nur wenig bis kein Kraftfutter oder AGROBS LeichtGenuss oder Pre Alpin® Aspero als Kraftfutterersatz gefüttert werden, welche ebenso für eine bessere Verwertung des Kraftfutters dazugegeben werden können. Sowohl bei Rehepferden als auch bei gesunden Pferden tragen die Häcksel zu einer vermehrten Kautätigkeit und damit zu besserem Einspeicheln bei, welches den gesamten weiteren Verdauungsvorgang verbessert und damit entlastet. AGROBS LeichtGenuss ist ein sehr energiearmes Futter speziell für leichtfuttrige oder übergewichtige Pferde.
Zur Regeneration des Darmes eignet sich besonders AGROBS AlpenGrün Mash. Das getreide- und melassefreie AGROBS AlpenGrün Mash ist prebiotisch, enthält viele darmpflegende Schleimstoffe und unterstützt die Verdauung des Pferdes.
Zusätzlich können Lebendhefe und Leinsamen der Darmschleimhaut bei der Regeneration helfen. AGROBS AlpenGrün Müsli ist eine gesunde, getreide- und melassefreie Kraftfutteralternative, welches sich aufgrund des geringen Stärke- und Zuckergehaltes auch für stoffwechselempfindliche Pferde eignet. Bei einem höheren Bedarf an Energie, kann das besonders schonende AlpenGrün Pellet, ebenfalls getreidefrei und ohne Melasse, eingesetzt werden.


Insbesondere bei überstandener Rehe empfiehlt sich das Zufüttern von Rohfaser in Form von Heu oder AGROBS Rohfaserprodukten beim Anweiden im Frühjahr oder zu Zeiten mit hohem Fruktangehalt in den Gräsern.
Zudem sollte bei reheempfindlichen Pferden das Anweiden vorsichtig erfolgen. Bei sehr anfälligen Pferden oder wenig zuverlässigem Management sollte auf den Weidegang vorsichtshalber verzichtet werden.
Beachten Sie, dass ein an Hufrehe erkranktes Pferd sehr viel leichter erneut einen Reheschub bekommen kann als ein gesundes Pferd, da es sehr lange dauert, bis sich die Stoffwechselprozesse im Körper nach solch einer schweren Erkrankung regenerieren. Eine dauerhafte Fütterung von hochwertigem Raufutter ist deshalb besonders wichtig, um den Organismus nachhaltig zu schonen. Hier empfiehlt sich die Fütterung von AGROBS Rohfaserprodukten als 100 %iger Heuersatz oder als Aufwertung zum vorhandenen Grundfutter. Durch die ausgewogene Zusammensetzung hochwertiger Gräser und Kräuter aus dem Alpenvorland und die schonende Verarbeitung liefern AGROBS Rohfaserprodukte  natürliche Nähr- und Vitalstoffe und sind besonders gut verdaulich. Eine dauerhafte Fütterung mit den hochwertigen, rohfaserreichen Futtermitteln unterstützen zudem die Gesunderhaltung Ihres Pferdes und kann langfristig Krankheiten vorbeugen.


 
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Quellen**:

  • Dietz, Huskamp 2006: Handbuch Pferdekrankheiten. Enke Verlag Stuttgart 2006
  • Rushton J., 2009, Hufrehe des Pferdes: Eine retrospektive Studie über Prädispositionsfaktoren, Therapieerfolg und Prognose an der Veterinärmedizinischen Universität Wien
  • Gesellschaft für Pferdemedizin, 2010: Hinweise zur Diagnostik und Empfehlungen für die Therapie der Hufrehe in der Pferdepraxis
  • Kienzle, E., Fritz, J: Fütterungsbedingte Rehe – Rezidivprophylaxe beim übergewichtigen Pferd. Tierärztliche Praxis Großtiere 4/2013, S. 257-264


 
 

Dr. med. vet. Katharina Boes
April 2015  ©AGROBS GmbH




 
(** Die Quellenangaben beziehen sich auf den fachlichen Inhalt des Textes und nicht auf die Produktempfehlungen)

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