Magnesium in der Pferdefütterung: Wirkung, Bedarf und Tipps

Magnesium gehört neben Calcium, Phosphor, Kalium, Natrium, Chlor und Schwefel zu den Mengenelementen. Diese sieben Mengenelemente sind für die Lebensfunktion des Körpers essentiell und müssen daher kontinuierlich über das Futter aufgenommen werden. Doch für welches Pferd empfiehlt sich die zusätzliche Fütterung und was kann es bewirken?

 

Warum ist Magnesium für Pferde so wichtig?

Magnesium ist wichtig für die Funktion unzähliger Enzyme, insbesondere im Nerven- und Muskelgewebe sowie für die Mineralisation der Knochen. Viele Pferde können von einer zusätzlichen Magnesiumgabe profitieren.

Es ist zudem am intermediären (= dazwischen befindlichen) Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen, der Herstellung von Nukleinsäuren, dem Ionentransport an der Zellmembran und der neuromuskulären Erregbarkeit (= Fähigkeit von Muskeln und Nerven, auf Reize zu reagieren und elektrische Impulse zu erzeugen, die Muskelkontraktionen auslösen) beteiligt. Auch ist für das Zellwachstum und die Zellvermehrung sowie der Kalzium-Homöostase ein wichtiges Element. Unter Homöostase versteht man das Gleichgewicht sowie das Aufrechterhalten des Gleichgewichts der physiologischen Körperfunktionen.
 

Wie kann dein Pferd Magnesium optimal aufnehmen und wo wird es im Körper gespeichert?

Bevor Magnesium aufgenommen werden kann, muss es aus seiner Verbindung gelöst werden. Dies geschieht unter anderem mit Hilfe der Magensäure. Um die 45-60 % des über das Futter aufgenommenen Magnesiums wird beim Pferd im vorderen Bereich des Dünndarms resorbiert. Das bedeutet auch, dass nicht alles an Magnesium, was über das Futter angeboten wird, dem Körper zur Verfügung steht.

Gespeichert wird das Magnesium überwiegend intrazellulär in den Knochen (60%) und der Muskulatur. Nur 30 % des im Knochen enthaltenen Magnesium ist leicht austauschbar und steht somit als Reservoir für die Aufrechterhaltung extrazellulärer Magnesium-Konzentrationen zur Verfügung. Die restlichen 70% des im Knochen befindlichen Magnesiums hat strukturelle Funktionen und wird nur während der aktiven Knochenresorption freigesetzt.

Magnesium im Blutserum macht nur um die 1 % des gesamten Magnesiums im Körper aus und ist hier in drei Fraktionen unterteilt:

  • an Proteine gebundenes Magnesium (20-30%)
  • freies (ionisiertes) Magnesium (am meisten im Blutserum vorhanden)
  • Magnesium als Komplex mit Anionen wie Phosphat, Bikarbonat und Citrat (am geringsten im Blutserum vorhanden)
 

Magnesium richtig dosieren: Das solltest du beachten

Grundsätzlich ist die relative Bioverfügbarkeit (= Ausmaß, in dem eine Substanz für seinen vorgesehenen biologischen Wirkungsort vollständig verfügbar wird im Vergleich zu einer anderen Darreichungsform) von Magnesium höher, wenn es in mehreren niedrigen Dosen über den Tag verteilt aufgenommen wird, im Vergleich zu einer einmaligen Einnahme einer hohen Magnesium-Menge. Die absolute Absorption nimmt jedoch mit der Dosis zu. Die Aufnahme von Magnesium kann aber auch durch physiologische Faktoren beeinflusst werden. Zu diesen physiologischen Faktoren zählen bspw. das Alter und die anderen Nahrungsbestandteilen der Mahlzeit.
 

Wie entsteht ein Magnesiumüberschuss?

Ein Überschuss an Magnesium entsteht vor allem, wenn zu viele Magnesium-haltige Ergänzungsfuttermittel gefüttert werden.

In der Regel ist eine Überversorgung bis zum 3- oder 4-Fachen des eigentlichen Bedarfs kein Problem. In Verbindung mit einem Überschuss an Phosphor kann jedoch die Bildung von Harngries oder Harnsteinen ansteigen. In seltenen Fällen können sich auch Darmsteine bilden.

Magnesiumsulfat kann in hohen Dosen den ileozäkalen (= Übergang zwischen dem Ileum (Hüftdarm) und Zäkum (Blinddarm)) Wasserstrom fördern und somit Durchfall verursachen. Therapeutisch genutzt wird dieser Effekt, um Verstopfungen zu lösen.

Das meiste überschüssige Magnesium, welches der Körper nicht benötigt, wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden. Daneben kann es auch im Dickdarm abgesondert werden.
 

Welche Symptome zeigt ein Pferd mit Magnesiummangel?

Der Bedarf an Magnesium wird häufig bereits durch eine ausreichende Versorgung mit Raufutter gedeckt.

Auf intensiv gedüngten Weideflächen mit einseitigem Bewuchs kann jedoch ein Mangel auftreten. Auch überständige und verholzte Pflanzen haben einen eher niedrigen Gehalt an Magnesium. Höhere Gehälter findet man bei einem vermehrten Anteil an kleeartigen Pflanzen und Kräutern. Reitpferde, laktierende Stuten oder Pferde im Wachstum, bei denen der Bedarf erhöht ist, sind von einem Mangel eher betroffen als Pferde mit einem reinen Erhaltungsbedarf.

Ein Mangel beim Pferd kann aber auch auf eine unzureichende Magnesiumaufnahme beispielsweise infolge von Durchfall zurückzuführen sein.

Solch ein Magnesiummangel kann sich durch erhöhte Erregbarkeit, Muskelzittern und -verspannungen, Muskelkrämpfe oder sogar Tetanien zeigen. Unter einer Tetanie versteht man eine gesteigerte neuromuskuläre Erregbarkeit, die zu einem Muskelkrampf führen kann. Auch Schwäche, Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Ataxie und Koma können Symptome eines Magnesiummangels sein.
 

Wie lässt sich ein Magnesiummangel oder -überschuss feststellen?

Die Magnesiumversorgung lässt sich bei extremer Unter- oder Überversorgung gut aus den Serum- bzw. Plasmawerten ablesen.

Da jedoch weniger als 1 % des gesamten Magnesiums im Körper in der extrazellulären (außerhalb der Zelle liegenden) Flüssigkeit enthalten ist, spiegelt die Magnesium-Konzentration im Serum möglicherweise nicht die gesamten Magnesium-Speicher des Körpers angemessen wider. Dies sollte bei einer Blutuntersuchung beachtet werden.

Neben der Untersuchung des im Blut enthaltenen Magnesiums bietet eine Berechnung der Futterration für Pferde in der Regel gute Informationen über die Versorgungslage. Zur kostenlosen und individuellen Fütterungsberatung geht’s hier: AGROBS® Futterberatung.
 

Folgende Faktoren können die Magnesium-Konzentration im Blut beeinflussen:

Ein Eiweißmangel, der zu einer Verminderung des an Proteinen gebundenen Magnesiums führt, kann die Gesamtmagnesiumkonzentration im Blut beeinflussen. Die Konzentration von freiem, ionisiertem Magnesium hängt vom Säure-Basen-Status ab. Eine Übersäuerung des Blut-pH-Wertes erhöht die Konzentration, während ein Anstieg des Blut-pH-Wertes in den basischen Bereich sie verringert.

Weitere mögliche Faktoren, die den Gehalt an Magnesium im Blut beeinflussen können, sind die Aufnahme über den Verdauungstrakt sowie die Ausscheidung über die Niere, den Darm oder die Milchdrüse bei der Laktation. Auch ein hormoneller Einfluss durch das Parathormon, 1,25-Dihydroxycholecalziferol sowie Thyroxin und Aldosteron ist möglich und kann die Gesamtmenge an Magnesium im Blut beeinflussen.
 

Organische und anorganische Magnesiumverbindungen im Vergleich

Welche Magnesiumverbindungen für Pferde zugelassen sind, ist rechtlich von der Europäischen Union geregelt. Man unterscheidet bei den Magnesiumverbindungen zwischen anorganischen und organischen Verbindungen.

Zu den anorganischen Verbindungen gehören beispielsweise Magnesiumoxid, Magnesiumchlorid oder Magnesiumsulfat. Zu den organischen Magnesiumverbindungen zählen Magnesiumsalze organischer Säuren, wie Magnesiumcitrat oder Magnesiumfumarat, aber auch Magnesiumchelate. Bei Magnesiumchelaten handelt es sich um Verbindungsformen mit Aminosäuren, wie Magnesiumglycinat (an die Aminosäure Glycin gebunden), Magnesiumaspartat (an Aspartat gebunden) oder Magnesiumlysinat (an Lysin gebunden).
 

Löslichkeit organischer und anorganischer Magnesiumverbindungen:

Wie bereits erwähnt, muss das Magnesium, bevor es aufgenommen werden kann, aus seiner Verbindung gelöst werden. Dies geschieht in der Regel durch die Magensäure.

Anorganische Verbindungen scheinen im Vergleich zu organischen Verbindungen eine schlechtere Löslichkeit aufzuweisen und daher werden organische Verbindungsformen in der Regel besser aufgenommen. Anorganische Magnesiumsalze hingegen benötigen zum Lösen aus der Verbindung hingegen einen deutlich saureren pH-Wert. Die höchste Löslichkeit haben alle Magnesiumsalze bei einem sauren pH-Wert von 5, wie er bei normalen Bedingungen im Pferdemagen zu finden ist. Bei einem steigenden pH-Wert von 6-7 bemerkt man deutliche Unterschiede bezüglich des Löslichkeitsverhaltens von Magnesiumsalzen.

Studien konnten zeigen, dass organische Magnesiumsalze eine höhere Wasserlöslichkeit aufweisen als anorganische Salze. Dies bedeutet, dass Magnesiumcitrat, welches als organisches Magnesium-Salz besser wasserlöslich ist, auch besser absorbiert wird im Vergleich zu Magnesiumoxid. Dies spiegelt sich auch in Ergebnissen wider, in denen die Plasmakonzentration und die Urinausscheidung zu verschiedenen Zeiten nach der Verabreichung höher waren als bei Magnesiumoxid. Bei pH-Werten von 8-9 weisen in der Regel noch Magnesiumcitrat und -glukonat eine recht gute Löslichkeit auf. Im Dünn- und Dickdarm des Pferdes kann man je nach Region einen pH-Wert von 6-8 feststellen.
 

Löslichkeit, wenn Erkrankungen vorliegen:

Liegen Erkrankungen wie eine Gastritis vor oder werden Medikamente verabreicht, welche die Säuresekretion beeinflussen, sinkt die Löslichkeit und somit auch die Aufnahme von Magnesiumoxid oder Magnesiumcarbonat. Das organische Magnesiumcitrat löst sich dagegen auch in einem schwach sauren Milieu gut und eignet sich in diesem Fall besser als Magnesiumverbindung. In höheren Dosen kann es abführend wirken.

Einfluss von Magnesium auf die Muskulatur und das Nervensystem

Magnesium hat unter anderem eine Bedeutung als Aktivator und Bestandteil von zahlreichen Enzymen bei der Nervenerregbarkeit und Muskelkontraktion.

Zu den klinischen Anzeichen eines Magnesiummangels gehören Tremor (unwillkürliches Muskelzittern), Tetanie (gesteigerte neuromuskuläre Erregbarkeit), Schwäche, Anorexie, Apathie und selten Krampfanfälle. Die erhöhte Erregbarkeit von Muskeln und Nerven bei Magnesiummangel ist auf eine erhöhte Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin aus den Nervenendigungen und dem erhöhten intrazellulären Kalziumgehalt in der Skelettmuskulatur zurückzuführen. Unter einem Neurotransmitter versteht man einen Botenstoff im Körper, der zwischen den Nervenzellen Reize weiterleitet.

Die erhöhte Aufnahme von Magnesium führt zu einer verbesserten körperlichen Leistungsfähigkeit.

Im Vergleich gesunder und lahmer Pferde konnte man feststellen, dass sowohl der Calcium-, der anorganische Phosphat- als auch der Magnesium-Gehalt im Blut bei Pferden mit einer Lahmheit geringer waren als bei den gesunden Pferden. Es ist anzunehmen, dass Calcium und Magnesium eine wichtige Rolle sowohl in der normalen Funktion des muskuloskelettalen Systems als auch bei der Prävention von Lahmheiten spielt.

Beim Menschen spielt Magnesium eine hemmende Funktion bei der Regulierung und Neurotransmission (=Kommunikation zwischen den Nervenzellen über sog. Neurotransmitter) der normalen Stressreaktion. Man geht davon aus, dass Stress den Magnesiumverlust erhöhen und einen Mangel verursachen könnte. Umgekehrt wiederum kann ein Magnesiummangel die Anfälligkeit des Körpers für Stress erhöhen, was zu einem Teufelskreis aus Magnesium und Stress führt. Daher werden Magnesium-Produkte häufig auch für stressempfindliche Pferde beworben. Hierzu bedarf es sicher weiterer Studien, um einen möglichen positiven Effekt bestätigen zu können.

Einfluss von Magnesium bei bestimmten Erkrankungen

Magnesium und das Equine Metabolische Syndrom (EMS)

Insulin beeinflusst die Magnesiumhomöostase (= Aufrechterhaltung des Gleichgewicht von Magnesium im Blut und den Körperzellen). Aber auch Magnesium kann die Freisetzung des Hormons Insulin, dessen Bindung an Zellen und dessen Aktivität, beeinflussen. Ein Magnesiummangel beeinflusst den Rezeptor, an dem Insulin bindet, und die Signalweiterleitung dahingehend, dass eine Insulinresistenz gefördert werden kann. Bei Insulinresistenz reagieren die Körperzellen verringert auf die Signale des Hormons Insulin.

Beim Menschen konnte bereits festgestellt werden, dass ein Magnesiummangel eine Insulinresistenz fördern kann. Zudem sind auch Typ II-Diabetiker häufig von einem Magnesiummangel betroffen.  Eine erhöhte Zufuhr von Magnesium über die Nahrung hat beim Menschen einen positiven Effekt auf die Risikominderung einer Erkrankung mit Diabetes mellitus und verbessert zudem die Insulinsensitivität (= Maß, in dem Körperzellen auf Insulin ansprechen).

Sowohl bei Diabetes mellitus Typ II des Menschen als auch beim Equinen Metabolischen Syndrom liegt eine Insulinresistenz vor.

Bei Pferden, welche an dem Equinen Metabolischen Syndrom leiden, scheint die orale Verabreichung von Magnesium einen positiven Effekt zu haben. Bei einer Studie war bei 3 von 5 Pferden der Glukose-Insulin-Toleranz-Test im Anschluss nach der Magnesium-Gabe negativ, obwohl diese zu Beginn der Studie als positiv getestet wurden.

Bei einer weiteren Studie wurde der Einfluss einer oralen Magnesiumgabe auf die Insulinsensitivität getestet. Hier konnte kein positiver Effekt festgestellt werden. Allerdings bedarf es hierzu sicher noch weiterer Untersuchungen.
 

Magnesium und Headshaking

Bei einigen Pferden, die an Headshaking leiden, konnten freie Magnesiumkonzentrationen unterhalb des Referenzbereiches festgestellt werden. Durch die Verabreichung einer intravenösen Magnesiumsulfat-Infusion bei Pferden mit über den Gesichtsnerv vermitteltem Headshaking konnten die Symptome bereits um 29 % verringert werden.

Bei einer anderen Studie konnte der beste Effekt durch die Fütterung von Magnesium in Kombination mit Bor festgestellt werden, sodass dies als Therapie in Betracht gezogen werden sollte.

Durch die Gabe von Bor wird der Magnesiumspiegel im Blut erhöht. Zudem verbessert Bor die Magnesiumaufnahme und -einlagerung in den Knochen erheblich.
 

Magnesium und Knochengesundheit

Wie bereits erwähnt, wird Magnesium überwiegend intrazellulär in den Knochen (60%) und der Muskulatur gespeichert. Nur 30 % des im Knochen enthaltenen Magnesium ist leicht austauschbar und steht somit als Reservoir für die Aufrechterhaltung der Magnesium-Konzentration außerhalb der Zellen zur Verfügung. Die restlichen 70% des im Knochen befindlichen Magnesiums haben strukturelle Funktionen und werden nur während des Abbaues von Knochensubstanz freigesetzt.

Dadurch spielt Magnesium eine zentrale Rolle für die Knochengesundheit. Ein Mangel kann sich durch Verringerung der Knochendichte, Erhöhung der Osteoklasten (= Zellen, die am Knochenabbau beteiligt sind) und Abnahme der Osteoblasten (= Zellen, die für den Aufbau und die Regeneration von Knochensubstanz verantwortlich sind) direkt auf die Knochen auswirken. Indirekt kann ein Mangel durch Beeinflussung von dem Parathormon (= Hormon, dass in der Nebenschilddrüse gebildet und eine zentrale Rolle bei der Regulierung des Calcium- und Phosphatspiegels im Blut darstellt) und Vitamin D, sowie der Förderung von Entzündungen zu anschließendem Knochenschwund führen. Magnesium ist ein wichtiger Co-Faktor für die Vitamin D-Synthese in seine aktive Form.

Verschiedene Studien konnten einen Zusammenhang bei niedrigen Magnesiumgehalten im Serum mit dem Vorhandensein von Osteoporose beim Mensch feststellen. Auch wiesen Menschen mit einem Magnesiummangel eine geringere Knochendichte auf. Außerdem konnte ein höheres Frakturrisiko festgestellt werden.
 

Magnesium und Equines Asthma

Beim Menschen wird bereits Magnesiumsulfat, aufgrund der bronchienerweiternden Wirkung, in Kombination mit anderen Medikamenten zur Behandlung schwerer Asthmaanfälle verwendet.

Bei Pferden konnte durch die Infusion von Magnesiumsulfat, alleine oder in Kombination mit einer medikamentösen Inhalationstherapie, eine Verbesserung der Symptome bei Pferden mit starkem Asthma erreicht werden.
 

Magnesium und Magenerkrankungen

Auch bei Magenerkrankungen kann Magnesium eine unterstützende Rolle spielen. Weitere Informationen findest du auch in unserem Themenweltartikel zum Thema "Magenprobleme beim Pferd".
 

Fütterungsempfehlungen: Wann ist eine Ergänzung mit Magnesium beim Pferd sinnvoll?

Die Frage stellen sich viele Pferdebesitzer. Und auch in der Fütterungsberatung kommt immer wieder diese Fragestellung auf.

Wie bereits erwähnt, wird der Bedarf an Magnesium in der Regel bereits über eine ausreichende Versorgung mit hochwertigem Raufutter gedeckt. Dies ist jedoch nicht immer gewährleistet. Natürlich sollte jedes Pferd mit Magnesium unterstützt werden, dem es daran mangelt. Aber auch bei Pferden mit einem erhöhten Bedarf an Magnesium kann die Gabe sinnvoll sein.

Bei Durchfall kann eine zusätzliche Magnesiumgabe angebracht sein. Aber auch während der Laktation gibt die Stute Magnesium über die Milch ab und hat dadurch einen deutlich höheren Bedarf. Auch Fohlen sowie Jungpferde im Wachstum haben einen höheren Magnesiumbedarf.

Eine geringe Menge an Magnesium geht über den Schweiß verloren. Dadurch haben Reitpferde einen geringen Mehrbedarf an Magnesium im Vergleich zu Pferden mit reinem Erhaltungsbedarf. Entsprechend steigt der Bedarf bei stark schwitzenden Sportpferden oder Distanzpferden.

Häufig bemerkt man auch bei Pferden mit muskulären und/oder nervlichen Problemen durch die Fütterung von einem Magnesiumprodukt positive Effekte. Ein passendes Produkt stellt hier bspw. das Magnesium Pur – 3-fach Komplex für lockere Muskeln und starke Nerven von AGROBS® dar.
 

Welche Magnesiumverbindung verwende ich am besten?

Tatsächlich “funktionieren” alle zugelassenen Magnesiumverbindungen. Hinsichtlich der Bioverfügbarkeit gibt es, wie bereits erwähnt, Unterschiede. So werden organische Magnesiumverbindungen besser vom Körper aufgenommen im Vergleich zu anorganischen Verbindungen. Jedoch sollte man hier auch den elementaren Magnesiumgehalt jeder Verbindung betrachten. Beispielsweise hat das anorganische Magnesiumoxid eine schlechtere Bioverfügbarkeit (= Ausmaß, in dem eine Substanz für seinen vorgesehenen biologischen Wirkungsort vollständig verfügbar wird) im Vergleich zum organischen Magnesiumcitrat. Magnesiumoxid enthält jedoch deutlich mehr elementares Magnesium. Das bedeutet, dass sich auch Magnesiumoxid sehr gut zum Ausgleich eines Magnesiummangels eignet. Durch das unterschiedliche Lösungsverhalten und der damit in Zusammenhang stehenden unterschiedlichen Aufnahme von Magnesium der jeweiligen Bindungsform erscheint es am sinnvollsten mehrere verschiedene organische sowie anorganische Magnesiumverbindungen zu kombinieren, um die beste Versorgung zu gewährleisten. Auch sollte möglichst die Magnesiumgabe auf mehrere Mahlzeiten pro Tag aufgeteilt werden, um die beste Bioverfügbarkeit der Verbindungen zu gewährleisten. Eine Verbindungsform wie Magnesiumglycinat (oder auch Magnesiumbiglycinat genannt) liefert zusätzlich noch die Aminosäure Glycin, der als hemmender Neurotransmitter eine beruhigende Wirkung zugesprochen wird.

MAGNESIUM PUR von AGROBS®

Es bietet die ideale Unterstützung, um einem Magnesiummangel vorzubeugen oder ihn gezielt auszugleichen. Ob im Sport- oder Freizeitbereich – MAGNESIUM PUR fördert die Muskelentspannung, Nervenstärke und Mineralisierung der Knochen, damit das Pferd sein ganzes Potential entfalten kann. 

Der 3-fach Komplex kombiniert drei Magnesiumquellen für eine bestmögliche Versorgung: 

  • Magnesiumcitrat und Magnesiumglycinat stehen dem Pferd als schnell verfügbare, organisch gebundene Magnesiumlieferanten zur Verfügung – z.B. bei körperlicher Anstrengung im Training und auf dem Turnier, vermehrtem Schwitzen oder akuten Stresssituationen. 
  • Magnesiumoxid wird dagegen langsamer aufgenommen und sorgt für einen langfristigen Aufbau der körpereigenen Magnesiumreserven. 

Dank dieser durchdachten Kombination kann der Pferdekörper je nach Bedarf auf die passende Magnesiumquelle zurückgreifen. Die optimal abgestimmte Mischung sorgt zudem für eine erhöhte Aufnahme im Darm.

Dr. med. vet. Katharina Martin und Barbara Keßler, MSc. agr.
 Juni 2025 ©Agrobs GmbH & Co. KG


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